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26.9.2017 : 9:24 : +0200

Aktuelles:

Syrische Erzbischöfe mit dem Weimarer Menschenrechtspreis 2014 geehrt

Die Metropoliten der Syrisch-Orthodoxen Kirche und der Griechisch-Orthodoxen Kirche von...


Weimarer Menschenrechtspreis 2013 für Benki Piyãko aus Brasilien

Der Weimarer Stadtrat hat in seiner Sitzung am 3. Juli 2013 einstimmig beschlossen, den...


Videozusammenfassung zur Preisverleihung 2012

Unter dem folgenden Link finden Sie eine Videozusammenfassung der Preisverleihung 2012 sowie...


Allgemeine Erklärung der Menschenrechte | Artikel 1

Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geiste der Büderlichkeit begegnen.

Menschenrechtspreis 2014: Syrische Erzbischöfe als Friedensstifter geehrt

Die Metropoliten der Syrisch-Orthodoxen Kirche und der Griechisch-Orthodoxen Kirche von Aleppo, Mor Gregorios Yohanna Ibrahim und Boulos Yazigi, werden für ihren Friedenseinsatz im Bürgerkrieg geehrt. Der Weimarer Stadtrat erkennt ihnen den Menschenrechtspreis 2014 zu. Beide Erzbischöfe wurden am 22. April 2013 entführt.

Metropolit der Syrisch-Orthodoxen Kirche von Aleppo, Mor Gregorios Yoanna Ibrahim (Quelle: DPA)
Metropolit der Griechsich-Orthodoxen Kirche von Aleppo, Boulos Yazigi (Quelle: DPA)

Wachsende Trümmerberge, Scharfschützen hinter jeder Ecke, hunderttausende eingekesselte Zivilisten: das syrische Aleppo, eine der ältesten Städte der Welt, versinkt im Chaos. Sinnbild für den gegenwärtigen Bürgerkrieg in Syrien, dessen Fronten nicht nur zwischen Regierungstruppen und islamistischen Rebellen verlaufen. Hunderttausende Tote, sieben Millionen Menschen auf der Flucht. Allein zwei Millionen Christen verlassen ihre angestammte Heimat, um der Gewalt zu entfliehen. Ein Exodus, der einem Jahrtausende alten – meist friedlichen – Zusammenleben ein Ende setzt.

Seit Ausbruch des Bürgerkrieges haben sich insbesondere die beiden Erzbischöfe von Aleppo immer wieder unter großem persönlichem Einsatz als Mittler zwischen den unterschiedlichen Religionsgemeinschaften und ethnischen Gruppen eingesetzt. Metropolit Mor Gegorios Yohannes Ibrahim hat im Juli 2012 einen Plan für die Wiederherstellung des Friedens veröffentlicht. Darin zeigte er einen Weg zur Beendigung der Gewalt, der Bewahrung des einmaligen pluralistischen Gefüges der syrischen Gesellschaft und der nationalen Einheit auf.

Beide Bischöfe wurden auf dem Weg zu Verhandlungen über die Freilassung eines entführten Priesters am 22. April 2013 selbst entführt; ihr Fahrer wurde erschossen. Seit jenem Tag fehlt jedes Lebenszeichen von Erzbischof Mor Gregoruis Yohanna Ibrahim und Erzbischof Boulos Yazigi.

Für ihren Einsatz werden die beiden Erzbischöfe mit dem Menschenrechtspreis 2014 der Stadt Weimar geehrt. Der Stadtrat folgte damit einer Empfehlung des ‚Vergabebeirates Menschenrechtspreis‘, der sich am 17. Juni aus zwölf Vorschlägen für die syrischen christlichen Geistlichen entschied. Der Vorschlag wurde von der Gesellschaft für bedrohte Völker eingereicht.

Aus der Begründung des Stadtrates:

„Der Erzbischof der syrisch-orthodoxen Kirche von Aleppo, Mor Gregoruis Yoanna Ibrahim, und der Erzbischof der griechisch-orthodoxen Kirche von Aleppo, Boulos Yazigi, setzten sich während des noch andauernden Bürgerkrieges in Syrien wiederholt für den interreligiösen Dialog zwischen den verschiedenen Religionsgemeinschaften als Botschafter und Vermittler ein. Sie sind Befürworter des friedlichen Miteinanders und der Koexistenz verschiedenster ethnischer und religiöser Gruppen in Syrien. Beide riefen immer wieder zur Versöhnung, Vergebung und Dialog auf und versuchten, Wege zur Beendigung der Gewalt und zur Wahrung der nationalen Einheit Syriens aufzuzeigen. Am 22. April 2013 wurden sie von bewaffneten Gruppen entführt.“

Dass die Würdigung ein Signal für alle Christen sei, betont auch die römisch-katholische Kirche im Bistum Erfurt. "Mit der Preisverleihung soll einerseits der mutige Kampf von heute lebenden Christen für Gerechtigkeit und Frieden in den Blick kommen und andererseits eingeladen werden, dieses Anliegen in das eigene Leben aufzunehmen.“

Straßenzug im belagerten Aleppo 2014: Der Bürgerkrieg zerstört die achttausend Jahre alte Stadt. Die Menschen fliehen, wenn sie noch die Möglichkeit dazu haben. (Quelle: IHH Humantitarian Relief Foundation/Flickr CC BY-NC-ND 2.0)