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29.8.2016 : 14:35 : +0200

Aktuelles:

Ablaufplan zur Verleihung des Menschenrechtspreises 2015 online

Der Ablaufplan zur Verleihung des Menschenrechtspreises der Stadt Weimar steht <link...


missio e.V. | Menschenrechtspreis Weimar für missio-Projektpartnerin Schwester Stella Matutina

Die Pressemitteilung von missio (Internationales Katholisches Missionswerk e.V.) steht <link...


Rathauskurier der Stadt Weimar | Menschenrechtspreis 2015 geht Stella Matutina

Unter dem folgenden Link finden sie die Pressemitteilung des <link...


Allgemeine Erklärung der Menschenrechte | Artikel 1

Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geiste der Büderlichkeit begegnen.

Menschenrechtspreis der Stadt Weimar 2015 geht an Stella Matutina

Katholische Ordensfrau Stella Matutina wird für ihren lebensbedrohlichen Einsatz für die Rechte der Bewohner der philippinischen Insel Mindanao geehrt.

Auch das Compostela Valley (Sternental) auf der Insel Mindanao wird durch den Goldabbau internationaler Konzerne zerstört. Ordensschwester Stella Matutina kämpft für die Einwohner, deren Rechte ständig außer Acht gelassen werden. (Foto: missio - Internationales Katholisches Missionswerk e.V.)

Die Philippinen sind ein armes Land, das reich an Bodenschätzen ist. Aus dem bis auf 800 Milliarden Euro geschätzten Mineralienvorkommen stammt auch jenes Gold, das weltweit für Schmuckstücke, für die Elektrobranche oder als Währungsreserven verwendet wird. Auf Mindanao lebt seit Generationen die einheimische Bevölkerung von den bescheidenen Einkünften des Goldschürfens. Doch seitdem internationale Unternehmen das Geschäft mit den wertvollen Bodenschätzen wittern, hat sich die Situation dramatisch verändert.

Die katholische Ordensschwester Stella Matutina wurde im Jahre 2008 durch die verzweifelte Situation der einheimischen Familien auf das Thema aufmerksam. „Eine Frau aus San Isidro bat mich um Hilfe. Sie sagte, die Bulldozer eines Bergbauunternehmens seien in ihrem Dorf angekommen und wären dabei, die Berge zu zerstören“, berichtete Schwester Stella.

Die einheimischen Goldschürfer leben seit Generationen im Einklang mit der Natur und haben ein bescheidenes Einkommen. Schwester Stella kritisiert, dass durch die Interessen der internationalen Bergbauunternehmen diese Menschen aus ihrer angestammten Heimat vertrieben werden. Darüber hinaus wird durch einen rücksichtlosen und großflächigen Bergbau die Lebensgrundlage der Bevölkerung zerstört. Bereits im Jahre 1996 kam es zur Umweltkatastrophe von Marindindque, bei der rund vier Millionen Tonnen hochgiftiger Schlamm in die Flüsse gelangten. Durch diese Kontaminierung kann die einheimische Bevölkerung das Wasser und Land nicht mehr nutzen.

Gegen die Umweltzerstörung, die Ausbeutung durch ausländische Unternehmen und gegen die Vertreibung der einheimischen Goldschürfer-Familien protestieren seit Jahren Menschenrechtsorganisationen und Initiativen der Katholischen Kirche in den Philippinen. Schwester Stella berichtet dabei von massiven Einschüchterungen und Menschenrechtsverletzungen. Sie selber sollte im Auftrag ihres Ordens im Februar 2009 an einer Veranstaltung in Mindanao zum Thema Umweltschutz teilnehmen. Am Vortag kam es zu einem dramatischen Zwischenfall. „Mitten in der Nacht stürmten Soldaten meine Unterkunft und hielten mir ein Gewehrlauf an die Schläfe. Sie trugen Gesichtsmasken und hatten nicht die üblichen Namenskennungen an ihren Uniformen“, berichtete die katholische Ordensschwester. „Ich hörte, wie einer von ihnen per Funk den Kommandeur fragte: Sollen wir sie exekutieren oder gefangen nehmen?“

Schwester Stella kam mit dem Leben davon, doch die Zahl der Menschrechtsverletzungen hat gravierend zugenommen. Über 100 Menschen seien allein innerhalb von zwei Jahren getötet worden. Obwohl die Ordensschwester weiterhin Morddrohungen erhält, lässt sie die Menschen in den Goldminen nicht im Stich. Allerdings muss sie dort stets incognito unterwegs sein, denn wenn sie vor Ort erkannt würde, wäre dies wohl ihr Todesurteil.