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26.9.2017 : 9:24 : +0200

Ein Signal für Toleranz, Menschlichkeit und Frieden (RK Nr. 21 | 09)

Die Weimarer Menschenrechtspreisträger von 1995 bis 2000 (v. l . n. r.): 1995 Walter Schilling und Sel im Beslagic, 1996 Dr. Luis Guillermo Perez Casas, 1997 Dr. Beko Ransome-Kut i († 2006) , 1998 Meral Danis-Bestas, 1999 Heike Kammer und Jean Paul Bengehya Muhanao, 2000 Pater Shay Cullen

Seit nunmehr 15 Jahren ehrt die Stadt Weimar mit einem internationalen Menschenrechtspreis das außerordentliche Engagement mutiger Frauen und Männer für die Wahrung der Menschenrechte. Den 15. Weimarer Menschenrechtspreis erhalten am 10. Dezember 2009 die Serbin Sonja Biserko und die aus Simbabwe stammende Jestina Mukoko. Aus Anlass des Jubiläums wird es, ähnlich wie vor fünf bzw. zehn Jahren, eine Menschenrechtskonferenz in Weimar geben, zu der viele der Preisträger aus vergangenen Jahren in unserer Stadt erwartet werden. Auch der Rathauskurier nimmt das Jubiläum zum Anlass, einen Blick zurückzuwerfen:

Der Preis wurde im Jahr 1994 initiiert und erstmalig am 10. Dezember 1995, dem Internationalen Tag der Menschenrechte, an den Deutschen Walter Schilling und den Bosnier Selim Beslagic vergeben. Internationalen Charakter erhält der Preis durch die verschiedenen Herkunftsländer der inzwischen 18 Preisträger, die aus Kolumbien, Nigeria, Deutschland, Syrien, Palästina, Indien, den USA, Philippinen und Pakistan stammen. National und international hat der Weimarer Menschenrechtspreis schnell große Beachtung gefunden und das Profil der Stadt nachhaltig geprägt. Ziel und Aufgabe des Weimarer Menschenrechtspreises ist der Schutz und die Wahrung der Menschenrechte. Denn auf der ganzen Welt haben auch heute noch unzählige Menschen unter staatlicher Verfolgung zu leiden. Angriffe auf Leib und Leben oder Eingriffe in die persönliche Freiheit gehören vielerorts zum Alltag. Eingedenk der eigenen geschichtlichen Verantwortung setzt Weimar mit der Vergabe des Menschenrechtspreises ein deutliches Signal für Frieden, Menschlichkeit und Toleranz zwischen den Menschen und Völkern. Inzwischen gehört die Stadt zu einem weltweiten Netz von Menschenrechtsorganisationen, Freunden und Förderern.
Durch diese Vernetzung bleibt Weimar immer mit seinen Preisträgern verbunden. Zu den Interkulturellen Wochen 2008 konnten hier beispielsweise die Menschenrechtspreisträger Heike Kammer (1999) und Pater Shay Cullen (2000) begrüßt werden. Durch die Vergabe des Preises erfahren die Preisträger große Unterstützung und Öffentlichkeit, u.a. durch die Deutschen Botschaften, internationale und nationale Medien und Menschenrechtsorganisationen vor Ort. Dies dient ihrem Schutz und hilft ihnen bei ihrer Arbeit. Nicht selten wurden mit diesem Preis Menschen ausgezeichnet, die sich aufgrund ihres Engagements im Gefängnis befanden und danach in Freiheit entlassen wurden, wie z.B. Dr. Beku Ransome Kuti aus Nigeria oder Riad Seif aus Syrien. Die internationale Aufmerksamkeit, die den Preisträgern zuteil wird, führte nicht selten zu einer Verbesserung ihrer Arbeitsmöglichkeiten oder auch zu weiteren Preisen, wie bei Pater Shay Cullen, der 2001 den Menschenrechtspreis der italienischen Stadt Ferrara erhielt und 2003 für den Friedensnobelpreis nominiert wurde.
Dass sich die ehemaligen Preisträger der Stadt Weimar weiterhin verbunden fühlen, dokumentieren E-Mails und Briefe, die über die aktuelle Arbeit der Menschenrechtler informieren. Dr. Luis Guillermo Perez Casas, Menschenrechtspreisträger 1996, informierte kürzlich darüber, dass er als Richter in Mexiko für die Rechte von mehr als 40.000 willkürlich entlassenen Arbeitern der Elektronikbranche eintritt.
Die Bedeutung des Menschenrechtspreises dokumentieren auch die herzlichen Worte von Gästen und Preisträgern. So schrieb die Mutter von Heike Kammer in einem Brief an die Stadt Weimar: »Ich bin voller Respekt und Hochachtung für Ihre Stadt, die mit soviel Mühe diese wunderbare Feier veranstaltet hat. Sie werden verstehen, dass ich oft in Sorge um meine Tochter bin und ich bedanke mich dafür, dass Sie Heikes Arbeit anerkennen, würdigen und durch diese Auszeichnung unterstützen.« Pater Shay Cullen fand ähnliche Worte: »Durch die Unterstützung und die Solidarität der Bürger Weimars für die Menschenrechte sind wir und viele andere imstande, unaufhörlich zu arbeiten für die Menschen in größter Not.«