Sie sind hier: Aktuelles
DeutschEnglishFrancais
24.4.2017 : 9:26 : +0200

News

Menschenrechtspreis 2016 geht an die iranische Menschenrechtsverteidigerin Narges Mohammadi

 

Die Iranerin Narges Mohammadi wird für ihren langjährigen, lebensbedrohenden und außergewöhnlich mutigen Einsatz für die Gleichheit aller Menschen, das Recht auf freie Meinungsäußerung sowie für ihren Einsatz gegen die Todesstrafe mit dem Weimarer Menschenrechtspreis 2016 ausgezeichnet. Das hat der Weimarer Stadtrat in seiner nicht öffentlichen Sitzung am 15.06.2016 beschlossen. Er folgte damit dem einstimmigen Votum des Vergabebeirates für den Weimarer Menschenrechtspreis, der sich für den Vorschlag der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM - Deutsche Sektion e.V.) ausgesprochen hatte.

Frau Narges Mohammadi (44) sitzt derzeit eine zehnjährige Haftstrafe im berüchtigten Evin Gefängnis in Teheran ab. Sollten die iranischen Behörden der international bekannten Dissidentin die Ausreise zur Preisverleihung verweigern, werden voraussichtlich ihr im französischen Exil lebender Ehemann und ihre Anwältin, die Friedensnobelpreisträgerin Dr. Shirin Ebadi, den Preis stellvertretend am 10.Dezember 2016 in Weimar entgegennehmen.

Aus der Begründung des Stadtrates:

„Die iranische Frauenrechtlerin und Menschenrechtsverteidigerin Narges Mohammadi war die Vizepräsidentin und Sprecherin der einzigen und inzwischen verbotenen Menschenrechtsorganisation Defenders of Human Rights Center im Iran, in der die bedeutendsten Menschenrechtsverteidiger des Landes arbeiteten.

Im Mai 2016 wurde die inhaftierte Menschenrechtsaktivistin zu weiteren zehn Jahren Haft wegen Mitarbeit an der nun verbotenen Kampagne Step by Step to Stop Death Penealty zur Abschaffung der Todesstrafe im Iran verurteilt. Infolge der langen Inhaftierung ist die 44-jährige Mutter zweier Kinder körperlich und seelisch schwer erkrankt und erlitt zudem im Oktober 2015 einen Schlaganfall. Eine angemessene gesundheitliche Versorgung wird ihr durch die Gefängnisleitung verwehrt (…).“

Über den Weimarer Menschenrechtspreis:

Der Menschenrechtspreis der Stadt Weimar wird seit 1995 einmal jährlich an Personen oder Organisationen vergeben, die sich einsetzen für:

die Freiheit und Gleichheit aller Menschen | die Achtung und Wahrung vielfältiger Rechte für ethnische oder religiöse Minderheiten | die Abschaffung der Todesstrafe | das Recht auf freie Meinungsäußerung | die Verhütung und Ächtung von Völkermorden | politisch, geschlechtsspezifisch, religiös oder rassisch Verfolgte | die Minimierung von Waffen- und Rüstungsexporten in Krisengebiete und an nicht demokratisch legitimierte Regierungen | die Umsetzung von zukunftsweisenden politischen und ethischen Grundsätzen | die Rechte von Kriegsopfern und anderen Opfern von Gewalt.

 

Die Verleihung findet am 10. Dezember, dem Internationalen Tag der Menschenrechte, unter Schirmherrschaft der ZDF-Journalistin Gundula Gause in Rahmen einer Festveranstaltung statt.

 

Im letzten Jahr wurde der Menschenrechtspreis der Stadt Weimar an die philippinische Ordensfrau Stella Matutina verliehen, die sich unter lebensbedrohlichen Umständen für die Rechte der Bewohner ihrer Heimat Mindanao einsetzt.