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26.9.2017 : 9:26 : +0200

Menschenrechtspreis Weimar für Sonja Biserko und Jestina Mukoko

Göttingen/Weimar, 09. Dezember 2009

Mit großer Freude teilt die Gesellschaft für bedrohte Völker International (GfbV) mit, dass die serbische Menschenrechtlerin Sonja Biserko am Donnerstag mit dem Menschenrechtspreis der Stadt Weimar ausgezeichnet wird. Die 61 Jahre alte Präsidentin des Helsinki Komitees für Menschenrechte in Serbien wurde vom Serbischen Bürgerrat in Sarajevo, den Frauen von Srebrenica und der GfbV für den Preis vorgeschlagen, weil sie dem Regime unter Slobodan Milosevic schon zu Beginn des Völkermordes in Bosnien-Herzegowina die Stirn geboten hat und sich trotz Drohungen und Beschimpfungen bis heute unerschrocken für Menschen- und Bürgerrechte aller Völker in den Ländern des ehemaligen Jugoslawiens einsetzt.

Biserko kämpfte gegen den Genozid an den bosnischen Muslimen. Sie ließ nicht nach, den serbischen Nationalismus zu kritisieren und dokumentierte für das Internationale Kriegsverbrechertribunal in Den Haag einige der berüchtigtsten Fälle von Kriegsverbrechen serbischer Truppen. Bis heute engagiert sie sich wie die GfbV für die Durchsetzung der Interessen der überlebenden Opfer des Völkermordes. Biserko ist eine scharfe Beobachterin und Kritikerin der Bosnien-Politik Belgrads. Damit Bosnien-Herzegowina ein funktionsfähiger einheitlicher Staat wird, setzt sie sich für Verfassungsänderungen ein.

Gleichzeitig engagiert sich die Menschenrechtlerin auch für die Rechte der aus Kroatien vertriebenen Serben und die von nationalistischen Albanern bedrängten Serben und Roma im Kosovo. Wegen ihres unbestechlichen Engagements für die Menschen- und Bürgerrechte diffamieren regierungsnahe Medien sie als Verräterin nationaler Interessen und des eigenen Volkes.

Neben Sonja Biserko wird auch Jestina Mukoko, Vorsitznde der Menschenrechtsorganisation "Zimbabwe Peace Project" mit dem Menschenrechtspreis der Stadt Weimar 2009 geehrt. Sie wurde von Günter Nooke, dem Menschenrechtsbeauftragten der Bundesregierung, für die Auszeichnung vorgeschlagen.

Die Preisverleihung findet am Donnerstag, den 10.12.2009, um 19.30 Uhr im Festsaal der Musikhochschule Franz Liszt statt. Die Laudatio auf Sonja Biserko hält die Vorsitzende der Organisation Jews Against Genocide ("Juden gegen Völkermord"), Dr. Sharon Silber. "Juden gegen Völkermord" wurde 1993 in New York als Antwort auf den Völkermord in Bosnien gegründet. Dr. Sharon Silber ist Ärztin für Psychiatrie am Albert Einstein College of Medicine in New York und Repräsentantin der GfbV in den USA. Zuvor lädt die Stadt Weimar um 13 Uhr zu einer Pressekonferenz in das Grand Hotel Russischer Hof ein.

(Gesellschaft für bedrohte Völker
gfbv.de | 9.12.2009)