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26.9.2017 : 9:26 : +0200

Weimarer Menschenrechtspreis für Jestina Mukoko

Weimar (epo.de). - Die Stadt Weimar hat am Donnerstag abend ihren diesjährigen Menschenrechtspreis an Jestina Mukoko (Simbabwe) und Sonja Biserko (Serbien) verliehen. Beiden sei der besondere Einsatz für die Wahrung und Verwirklichung der Menschenrechte, auch unter Bedrohung von Leib und Leben, gemeinsam, erklärte die Stadt Weimar. Die Verleihung findet seit 1995 alljährlich am 10. Dezember, dem Internationalen Tag der Menschenrechte, statt.

Die 1955 geborene Jestina Mukoko (Foto) ist Politologin und Betriebswirtin. Sie ist Vorsitzende der Menschenrechtsorganisation "Zimbabwe Peace Projekt" (ZPP), die zu den führenden Organisationen Simbabwes gehört, die Menschenrechtsverletzungen dokumentieren, veröffentlichen und für die Rechte von Opfern und Verfolgten eintreten. Wichtiges Anliegen der Organisation, so die Jury, sei die umfassende Verwirklichung von Gerechtigkeit, Freiheit, Frieden und Menschenwürde in Simbabwe.

Grundlage der Arbeit von ZPP ist die Dokumentation von Menschenrechtsverletzungen und deren Verbreitung an politische Interessenträger. Mukoko und ihr Netzwerk von Menschenrechtsaktivisten sammelten Beweise gegen das Regime von Robert Mugabe. International bekannt wurde sie, nachdem simbabwische Sicherheitskräfte sie im Dezember 2008 aus ihrem Haus verschleppten und drei Monate lang festhielten. Mehrfach wurde Jestina Mukoko in dieser Zeit gefoltert. Trotz dieser traumatischen Erfahrungen hält sie dennoch an ihrem Ziel fest, den Grundrechten in ihrem Land wieder zur Geltung zu verhelfen. Auf Grund ihres aktiven Kampfes für die Einhaltung der Menschenrechte ist Frau Mukoko akut bedroht. Sie ist eine der 18 Menschenrechtler, die am 15. Mai dieses Jahres erneut inhaftiert wurden. Momentan ist sie gegen Kaution auf freiem Fuss.

"Zu den Leistungen von Frau Mukoko gehört auch, nachzuweisen, dass und wie die Mugabe-Regierung Nahrungsmittelnothilfe schamlos dafür missbrauchte, nur Parteigänger der Mugabe-Partei zu versorgen", sagte Konrad Melchers in seiner Laudatio. "Das darf aber nicht bedeuten, dass sich die internationale Gemeinschaft auf eine Zaungastrolle zurückzieht. Ich möchte deshalb anlässlich des Menschenrechtspreises für Frau Mukoko die Bundesregierung und die Entwicklungsorganisationen aufrufen, den Wiederaufbau Simbabwes rasch und massiv zu fördern - vorbei an der Machtklientel von Mugabe."

(Entwicklungspolitik Online
epo.de | 11.12.2009)