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26.9.2017 : 9:26 : +0200

Appell zur Wahrung der Menschenrechte

In einer produktiven und äußerst spannenden Diskussion wurde von den Teilnehmern der Internationalen Konferenz "Menschenrechte zwischen Anspruch und Realität" ein abschließender Appell zur Wahrung der Menschenrechte verfasst. Damit dieser Appell seine volle Wirkungskraft entfalten und so viele Menschen wie möglich erreichen kann, möchten wir Sie bitten, diesen zu verfielfältigen und weiterzugeben.

Nachfolgend finden Sie den Appell zum Download  (deutsch / englisch) sowie auf dieser Seite:

DIE WEIMARER ERKLÄRUNG

Dringender Appell zum Schutz der Opfer von Menschenrechtsverletzungen und deren Verteidigern an den UN-Menschenrechtsrat, den Hohen Kommissar der Vereinten Nationen für Menschenrechte, der Regierungen und die Weltöffentlichkeit.

Wir, die Verteidiger/innen der Menschenrechte und die Träger/innen des Menschenrechtspreises der Stadt Weimar sowie die Teilnehmer/innen der internationalen Konferenz „Menschenrechte zwischen Anspruch und Realität“ rufen auch 61 Jahre nach der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte den UN-Menschenrechtsrat, den Hohen Kommissar der Vereinten Nationen für Menschenrechte, Menschenrechtsgruppen sowie die interessierte Weltöffentlichkeit auf, sich gegen die zahlreichen Verletzung von Menschenrechten auszusprechen, den Opfern zu helfen und die Täter zur Rechenschaft zu ziehen.

Als Ergebnis der Diskussionen unserer Konferenz:

  • rufen wir Sie auf, unverzüglich das Thema der Verletzung von Frauenrechten mit den betroffenen Regierungen aufzugreifen und die sogenannten Ehrenmorde, Genitalverstümmelungen und andere Formen des Missbrauchs und der Gewalt gegenüber Frauen zu beenden.
  • appellieren wir an Sie, die unterdrückten Minderheiten in der Türkei und anderen Staaten des Mittleren Ostens zu unterstützen, damit deren politische und kulturelle Rechte anerkannt und geachtet werden.
  • fordern wir Sie auf, verstärkt daran zu arbeiten, damit die Menschen-rechtsverletzungen und Restriktionen gegen die Bürgerrechte der Menschen im Gaza-Streifen, Westjordanland und Ost-Jerusalem beendet werden.
  • appellieren wir an Sie, die Regierung der Philippinen zu unterstützen, damit sie bei der Schaffung von Frieden mit allen Gruppen der philippinischen Bevölkerung zusammen arbeitet und damit die außergerichtlichen Tötungen von Menschenrechtsaktivisten und unschuldigen Kindern durch Todesschwadronen beendet werden.
  • verlangen wir, dass Sie sich auf die Seite der Verteidiger der Menschenrechte stellen, wie beispielsweise Dr. Guillermo Fariñas Hernandez (Weimarer Menschenrechtspreis 2006), und diese vor Schikane, illegalen Verhaftungen und Freiheitsentzug, Brutalität und Folter schützen. Und wir rufen auf, den Menschenrechtsverteidiger Riad Seif (Weimarer Menschenrechtspreises 2003) sowie alle politischen Häftlinge unverzüglich aus dem Gefängnis frei zu lassen.
  • verlangen wir von den Vereinten Nationen und der Regierung des Kosovo den Forderungen der Weltgesundheitsorganisation nachzu-kommen und unverzüglich die durch die UN vor 10 Jahren auf mit giftigen Schadstoffen belastetem Gebiet errichteten Lager der Roma zu evakuieren und die an einer Bleivergiftung leidenden Roma dringend ärztlich zu behandeln.
  • fordern wir die deutschen Innenminister der Länder auf, die Rechte des Volks der Kosovo Roma vollständig anzuerkennen und ihnen das Bleiberecht zu gewähren und damit ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen.

Wir fordern die serbische Regierung dringend auf, die EU Resolution zu übernehmen und den 11. Juli zum Gedenktag an den Genozid von Srebrenica zu deklarieren.

Die Stadt Weimar ehrt die Verteidiger der Menschenrechte mit ihrem angesehenen Menschenrechtspreis und steht denen bei, die unter Unterdrückung durch Tyrannei und unter der Verletzung von Menschen-rechten leiden.

Alle Völker und Bürger dieser Welt werden daran erinnert, dass uns die universellen Rechte genommen werden, wenn wir sie nicht verteidigen. Wachsamkeit, Bildung und die Verteidigung ist der Weg zur Anerkennung und zur Respektierung sowie zum Schutz dieser unveräußerlichen Rechte.

Die Teilnehmer der Konferenz „Menschenrechte zwischen Anspruch und Realität“ vom 11. bis 12. Dezember 2009 in Weimar

Weimar, 12. Dezember 2009